Die Zukunft der IT?

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Auf dem Netwertig-Blog setzt sich Andreas Göldi damit auseinander, wohin die Zukunft die IT wohl führen könnte. Zu klären ist die Frage, was das nächste große Ding wird nachdem das Internet quasi DIE Kulturrevolution schlechthin darstellt. Immerhin macht es – in Kombination mit den neuen mobilen Devices -  fast das gesamte Wissen der Menschheit mit wenigen Schritten nahezu überall verfügbar. Die Frage ist also, wie sich die Produktivität noch steigern bzw. was sich von Seiten der IT noch verbessern lässt.

Göldi kommt zu dem Schluss, dass die Zukunft in der Dreidimensionalität liege. Informationen sollen in dreidimensionaler Form vorliegen, vor allem aber sollen sich die User Interfaces der dritten Dimension bedienen. Darüber hinaus sollen sie vermehrt aus der “Guckloch”-Perspektive heraustreten und auch verstärkt die anderen Sinne miteinbeziehen, da bisherige Coputerdisplays stets nur einen Teil des Sichtfeldes einnehmen.

Ich halte dies für eine denkbare Alternative. Ich denke jedoch, dass dies nicht unbedingt mit einer Produktivitätssteigerung einhergeht. Eventuell führt es sogar eher zum Gegenteil. Zum einen würde ein Einbinden der anderen Sinne bei dem häufigen und nahezu omnipräsenten Medienkonsum unserer Gesellschaft zu einer enormen Reizüberflutung führen. Bereits jetzt, wo überwiegend unsere akustische und visuelle Wahrnehmung angesprochen wird, fühlen wir uns oft überreizt und kämpfen damit, effektive Filtermechanismen und -techniken zu entwickeln.

Darüber hinaus wird ein Zunehmen an Ebenen auch zwangsläufig zu einer erhöhten Komplexität führen. Die bisherige Art der Informationsvermittlung und -verarbeitung basiert darauf, alles mögliche zu abstrahieren. Zum einen, indem die dreidimensionale Welt auf ein zweidimensionales Abbild reduziert wird, in Form von Fotos, Bildern oder auch Videos. Oder beispielsweise dadurch, dass man Wissen mit Hilfe abstrakter Zeichen – Icons, Signets, Symbole – oder Zeichenketten – Buchstaben zu Wörtern verbunden – festhält.

Die Effizienz der bisherigen Art der Informationsvermuttlung und -verarbeitung liegt für mich in der Simplizität. Es ist ein über Jahrtausende entwickeltes System, Information auf ein zum Verständnis notwendiges Minimum zu reduzieren, oder zumindest reduzieren zu können. Jegliches Hinzufügen von Informationsebenen  – durch das Ansprechen weiterer Sinne – oder Dimensionen steigert die Komplexität.

Als Beispiel sei der Vergleich zwischen einem Bild und einem Video genannt. Ein Bild kann einen Moment gut festhalten. Es kann eine Vielzahl von Information über diesen Moment ausdrücken und vermitteln. Ein Video ist einem Bild sehr ähnlich. Man könnte sagen, es ist ein Bild, dem eine weitere Dimension hinzugefügt wurde, die Zeit. Damit einher geht zwar auch ein gewisses Plus an Information, aber auch ein enormes Plus an Komplexität.

Dies führt mich zu meinem persönlichen Fazit, dass es zwar durchaus begrüßenswert ist, wenn sich User Interfaces weiter der Natur des Menschen anpassen – der Mensch ist ein Wesen, dass sich in einer dreidimensionalen Welt bewegt und sie mit 5 Sinnen wahrnimmt. Diese Anpassung sollte aber immer unter dem Licht des sinnvollen Einsatzes stehen. In Bezug auf den Erlebnisfaktor und die Sinneswahrnehmungen möchte ich einen Mehrwert nicht abstreiten. Ob es jedoch die Effizienz und Produktivität steigern kann wage ich nach Betrachtung bisheriger Ansätze jedoch zu bezweifeln.

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