Warum Apple – Teil 2: Windows oder OSX

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Wie bereits im Vorgängerartikel erwähnt, habe ich mich des Öfteren über die fundamentalistisch und radikal geführte Diskussion über Apple und die Konkurrenz gewundert. Neben allerlei unsachlichem Schlechtgerede findet man selten vernünftige Ansätze. Ich habe mich dazu entschlossen, in einer kleinen Serie meine eigene Sichtweise darzustellen, die natürlich sehr subjektiv ist. Ich hoffe aber, die Argumentation, die meiner Entscheidung für Apple zu Grunde liegt, sachlich ausführen zu können.

2. Windows oder OSX?

Dieser Teil der Debatte ist oft einer der hitzigsten. Ich finde, beide Systeme haben durchaus ihre Vorteile und ihre Daseinsberechtigung. Sie unterscheiden sich in einigen Sachen, und es kommt dort sicherlich darauf an, welcher Nutzertyp man ist. Ich finde, dass Mac OSX für mich ein gutes System ist und für mich gut funktioniert. Ich habe das Gefühl, dass sich mein Workflow deutlich verbessert hat.

Wie bereits vorher mal erwähnt, ist mein MacBook bisher erst 2 Mal eingefroren. Das System läuft also wirklich sehr stabil. Selbst nach wochenlangem Dauerbetrieb – lediglich unterbrochen durch diverse Standby-Zeiten – war immernoch keine Verlangsamung des Systems zu beobachten. Auch das Phänomen, dass ich meist am Ende eines Semesters die Platte formatieren und das System neu aufsetzen musste, weil das System zugemüllt war, fällt hier weg. Dass das Windows-System so zugemüllt war, lag natürlich auch daran, dass ich für diverse Projekte oder auch privat immer wieder Tools installiert und ausprobiert habe. Zum Glück wirkt sich das bei OSX nicht so dramatisch aus, wie bei meinem Windows System. Ich habe mein OSX System seit dem Kauf nicht ein einziges Mal neu aufsetzen müssen. Lediglich die Zugriffsrechte habe ich 2-3 Mal reparieren müssen, was allerdings eine Sache von 2 Minuten war.

Darüber hinaus empfinde ich – und das ist ein ganz bewusste Wortwahl – die Bedienung von OSX einfach als intuitiver. Durch das gesamte System hindurch gibt es Tastaturkürzel, die sich konsequent fortsetzen. Die Kombination von “Apfel” + “,” bringt mich fast immer in die Einstellungen. Wenn ich mal ganz schnell was suche lande ich mit “Apfel” + “Leertaste” schnell im Spotlight-Suchfenster und ich nutze es sogar des Öfteren um direkt von dort Programme zu öffnen. Die Spotlight-Suche ist sowieso einer meiner besten Freunde geworden, seit ich umgestiegen bin. Ich kann gar nicht mehr mitzählen wie oft ich dadurch schon sekundenschnell die benötigten Sachen gefunden habe.

Beim Betrieb von mehreren Monitoren gehe ich einfach in die Systemeinstellungen zu den Monitoren und kann separat alles einstellen. Die jeweiligen Einstellungen werden in einem Fenster auf dem betroffenen Schirm angezeigt. Ein Raten, für welchen Schirm ich gerade was einstelle entfällt. Die Funktion “Schirme identifizieren” von Windows ist somit überflüssig. Möchte ich Dock und Menüleiste auf einen anderen Monitor haben, schiebe ich es einfach per Drag & Drop auf den jeweiligen Schirm rüber.
Ich fand es allerdings durch das Konzept mit der Menüleiste recht ungewöhnlich, dass ich die Menüs für ein Programm auf Monitor 1 immernoch auf Monitor 2 hatte, falls dieser als Hauptmonitor definiert war. Das ist irritierend und benötigt eine Umgewöhnungsphase.

Das Betreiben von Periphrie verlief bisher immer absolut glatt und es gab bei Digitalkameras, Druckern und ähnlichem bisher nur einen einzigen Ausfall. Leider kann ich mein altes Trust Grafiktablett nicht benutzen, da kein Treiber vorhanden ist. Das ist für mich allerdings zu verschmerzen.

Die Widgetfunktion im Dashboard beschleunigt diverse Kleinigkeiten enorm. Ich habe immer schnellen Zugriff auf meinen Taschenrechner, Übersetzungen für Spanisch und Englisch, eine schnelle Übersicht über das Wetter, Weltuhren für die wichtigsten Bereiche, in denen entfernte Freunde sich aufhalten, einen Systemmonitor und einen Umrechner für Gewichte, Maße und Währungen. Darüber hinaus kann ich jederzeit bequem weitere Widgets herunterladen und einfach und schnell installieren. Das Management der Widgets ist ebenfalls sehr einfach und alles lässt sich so anordnen wie ich es möchte.
Zwar gibt es bei Vista auch die Seitenleiste, allerdings finde ich die Version mit dem Dashboard einfach angenehmer, da es nur bei Bedarf erscheint und sonst keinen Platz wegnimmt. Ich habe mich mit der Seitenleiste bei Vista allerdings auch nie so intensiv auseinander gesetzt.

Das Expose verschafft mir schnell einen Überblick über das Geschehen in den verschiedenen Fenstern. Insbesondere wenn ich nebenbei noch Instant Messenger offen habe, werfe ich meist nur über Expose einen flüchtigen Blick, ohne wirklich ins Fenster zu wechseln. Das ist aber auch eine persönliche Geschmackssache, und ich kenne genug Anwender, die das gänzlich anders sehen.

Ich habe mir bereits zu Windows-Zeiten ein Dock installiert um auf die allerwichtigsten Dinge sofort Zugriff zu haben. Ich weiß, dass es für sowas bei Windows die Schnellstartleiste gibt, aber irgendwie fand ich die nie so gut, dass ich sie gerne benutzt habe. Wie so vieles ist auch dies eine Geschmacksfrage, die ich für mich zu Gunsten der Mac-Variante entschieden habe. Ich habe bei den vielen offenen Fenstern in der Taskleiste zudem schnell mal den Überblick verloren. Die Kombination aus Dock und Expose ist für mich da eine Erleichterung. Das Dock zeigt mir an, welche Programme ich alle am Laufen habe. Im Expose werden auf Knopfdruck alle geöffneten Fenster angezeigt. Genial ist auch die Unterscheidung zwischen “Minimiert” und “Ausgeblendet”. Sachen mit denen ich gerade aktiv arbeite minimiere ich schnell und habe direkten Zugriff auf die Fenster, wenn ich sie brauche. Was ich nur im Hintergrund laufen haben will, wie bspw. das Mailprogramm, iTunes, den LastFM Client oder ähnliches, blende ich einfach aus. Das ist angenehm übersichtlich.

Ein tolles Feature aus dem Finder sind für mich dazu intelligente Ordner und die Möglichkeit, Objekten Labels zu verpassen, was ein schnelles Überfliegen und schnelles Auffinden von Sachen in Archiven enorm beschleunigt.

Klasse finde ich außerdem die sehr schnelle Bildschirmfoto-Funktion. Mit 2 Tastenkombinationen kann ich entweder alles abfotografieren, oder ich kann nur bestimmte Bereiche auswählen – indem ich einfach einen Rahmen ziehe – oder ich kann nur von einem bestimmten Fenster ein Foto machen. Im Gegensatz zu Windows speichert mir OSX das gemachte Foto direkt im vorher definierten Ordner im gewünschten Dateiformat. Ein Zwischenschritt, das Einfügen in eine neue Grafik in einem entsprechenden Programm, fällt dadurch weg. Ich empfinde das als enorme Verbesserung, da ich bei Designs gerne mal mit Kollegen Screenshots austausche.

Ein ähnlich praktisches Hilfsmittel ist die Möglichkeit, mit der Kombination aus “Ctrl” + Mausrad stufenlos den Bildschirminhalt zu zoomen. Selbst in der Videowiedergabe funktioniert das tadellos und ruckelfrei.

Zu guter Letzt mag ich die Aqua-Optik ziemlich gern. Sowohl die von Tiger (OSX 10.4) als auch von Leopard (OSX 10.5). Zwar konte man auch Windows mit Hilfe von Tools andere Skins verpassen – und zugegeben sogar schon von Haus aus mit mehr Auswahl als bei OSX – aber meinen persönlichen Geschmack hat die helle Aqua-Optik immernoch am besten getroffen.

Das alles sind so meine individuellen Präferenzen, die mich lieber zu OSX greifen lassen. Ich verstehe jedoch auch Leute, die gern Windows nutzen. Sei es aus Gewohnheit – Umgewöhnung an ein neues System, nachdem man jahrelang was anderes genutzt hat ist halt auch ein größerer Schritt für einige – oder weil ihnen gewisse Bedienkonzepte besser entgegenkommen. Für mich ist es zusammengefasst überwiegend deshalb sicher, dass ich mit OSX zufriedener bin:

  • Intuitivere Bedienung – nach meinem Empfinden
  • Spürbar weniger Abstürze
  • Weniger Probleme mit Verlangsamung des Systems
  • Weniger Probleme mit Peripheriegeräten
  • Nützliche Funktionen, die meinen Workflow verbessern
  • Angenehme Optik

Ich vermisse eigentlich wirklich wenig. Höchstens vielleicht, dass Mac OSX im Finder standardmäßig Ordner und Dateien nicht separat sortiert, sondern alles alphabetisch anordnet. Bei Windows fand ich es angenehm, dass in einem Ordner immer erst Unterordner und dann die Dateien aufgelistet wurden. Aber das ist ein Detail, bei dem ich gut verschmerzen kann, wenn es fehlt.

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