In den beiden vorherigen Teilen dieser kleinen Serie ging es um das, was ich bisher immer als Kernpunkte der Diskussion ausgemacht habe. Zum einen um das System – also Windows oder OSX – und die Hardware. Die Hardware ist natürlich schwer zu beurteilen, da das Prinzip “alles aus einer Hand” lediglich von Apple in der Form so hartnäckig verfolgt wird. Aber ich möchte ja auch lediglich meinen persönlichen Beitrag zu der für meinen Geschmack zu verbissen geführten Debatte leisten.
3. Die Software
Das, was neben dem System am wichtigsten für den Nutzer ist, ist glaube ich die Software. Mich hat früher immer ein Gerücht über die Mac-Welt abgehalten, auch nur im entferntesten daran zu denken, mir einen Apple-Computer zuzulegen. Mit diesem Gerücht möchte ich nun gleich eingangs aufräumen.
Es gibt für Mac OS alles mögliche an wichtiger Software. Die Behauptung für Apple Computer gäbe es keine Programme, und an die paar existierenden Programme heranzukommen sie unglaublich schwer, ist vollkommen falsch. Ich weiß nicht wer auf die absurde Idee kam, es sei anders, aber jedenfalls stimmt es schlicht und ergreifend nicht. Soviel dazu.
Ich muss sagen, dass ich bisher fast alles gefunden habe, was ich für mich persönlich gesucht habe. Es gibt diverse gute Office-Anwendungen, angefangen mit Apple’s eigenem iWork, oder sogar Microsoft Office für Mac. Außerdem gibt es noch das unter freier Lizenz veröffentlichte NeoOffice und mittlerweile auch ein vernünftiges OpenOffice für Mac. Bis auf Open Office habe ich alle Programme zumindest mal in irgendeienr Form genutzt. Natürlich ist iWork sehr gut in das System integriert, so lassen sich bspw. bei Präsentationen mit Keynote schön die Folien mit der Apple Remote bedienen. NeoOffice ist ein sehr zuverlässiger und stabiler Partner, und vor allem für mein studentisches Budget ideal. Außerdem ist es kompatibel zu einem Großteil der gängigen Office-Formate.
Der Glaube, wer ernsthaft Officearbeiten erledigen wolle brauche einen PC ist somit nicht gerechtfertigt. Sicherlich kann man auf einem PC sehr gut alle Office-Anwendungen betätigen, aber auf einem Mac lässt sich dies mindestens genauso gut tun. Für welche Software man sich letztlich entscheidet bleibt dann wie so häufig eine Frage von Geschmack und Gewohnheit. Ich habe meine Arbeit mit iWork sehr genossen.
Nicht umsonst hat der Mac ja das Image, der Rechner für Kreative zu sein. Was die Software angeht, ist man hier ebenfalls gut bedient. Allen voran ist natürlich der Platzhirsch Adobe mit seiner Produktpalette vertreten. Wie bereits im ersten Artikel der Reihe erwähnt, wurde in einem Test entdeckt, dass die Creative Suite Programme auf einem Mac bis zu 30 % schneller laufen, als auf einem vergleichbaren PC-System. Ich kann diesen Eindruck aus Verwendungen im Rahmen von Praktikum und Studium bisher nur bestätigen. Zudem läuft es sehr stabil. Mit der Adobe Palette ist zudem ein Großteil an Bedürfnissen kreativer Nutzer abgedeckt.
Für die neue Medienproduktion gibt es zudem von Apple selbst Final Cut und die zugehörigen Programme wie bspw. Motion oder soundtrack Pro. Für Musiker gibt es das in in vielen Studios weit verbreitete Logic Pro, für Einsteiger wird das einfach zu bedienende GarageBand mitgeliefert, mit dem sich auch bereits beachtliche Ergebnisse erzielen lassen.
Dies ist sicherlich nur ein kurzer Abriss der vielen Möglichkeiten. Da ich nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung habe, all diese Software zu testen, kann ich auch nicht imemr allzuviel dazu sagen. Ich habe allerdings im Praktikum erleben können, dass auch Programme wie die 3D-Software Maya oder Cinema 4D super sogar auf dem MacBook laufen. Ebenso wie der Satz- und Layout-Veteran Quark.
Auch hier gilt, dass es vieles dieser software auch für den PC gibt – mit Ausnahme von Final Cut und Logic Pro – allerdings habe ich bisher wirklich die Erfahrung gemacht, dass vieles der genutzen Programme wo ich den Vergleich ziehen konnte, auf dem Mac spürbar besser lief. Dies deckt sich auch mit dem, was ich im Rahmen des Praktikums und bei Gesprächen mit Medienleuten bisher gehört habe.
Was den Multimedia-Lifestyle angeht, so liefert Apple das Paket iLife mit. Auf einem vernünftigen Standard lassen sich mit iMovie Videos bearbeiten und Videopodcasts erstellen, iPhoto hilft bei der Verwaltung der digitalen Fotos, iDVD ist für DVDs zuständig und über iTunes muss man sicherlich nicht mehr wirklich was sagen. Zusätzlich gibt es für die Erstellung eigener Webseiten das Programm iWeb, das bereits mit vielen Hostern schon gut integriert ist – so wird bspw von einigen Hostern eine spezielle Importfunktion von iWeb-Dokumenten angeboten. Einen super Präsentationsmodus ergibt das Programm FrontRow, das die ultimative Abspielstation für alle in den Programmen einsortierten Medien gibt.
Sicherlich gibt es auf Windows-Basis auch hier eine gute Alternative. Der Windows Media Player entwickelt sich mehr und mehr zum universalen Abspielcenter, mit Winamp und Foobar kenne ich speziell für Musik tolle Alternativen. Aus der eigenen Nutzung heraus muss ich allerdings sagen, dass ich persönlich mit den Apple Produkten deutlich angenehmer arbeite. Die Arbeitsoberflächen entsprechend meinen Bedürfnissen größtenteils besser. iTunes fand ich zwar gewöhnungsbedürftig, aber es hat meine Art Musik zu hören doch deutlich geändert und den Fokus wieder vermehrt auf das Hören ganzer Alben verlagert. Ich ergänze Quicktime durch den VLC Player und diverse nachgerüstete Codecs und habe seither keine Probleme mit irgendwelchen Videos gehabt.
Ansonsten gibt es für den Mac ebenfalls alles mögliche und unmögliche an Software. Ich habe für das Kontakthalten mit sämtlichen Leuten den Instant Messenger Adium laufen, der nahezu alle gängigen Chatprotokolle unterstützt, sogar den Facebook Chat. So kann ich alle MSN-, ICQ- und Yahoo-Kontakte bequem mit einem Programm verwalten. Außerdem lässt es sich durch unzählige Plugins, Skins, Smileypakete und ähnliches beliebig ergänzen. Für Video- und Audiokonferenz habe ich neben dem Apple-Programm iChat noch Skype, was eigentlich sämtliche Bedürfnisse abdeckt. Dank der integrierten iCam läuft auch alles problemlos.
Ich kenne von PC-Zeiten noch Miranda und Trillian, was Programme angeht, die mit Adium vergleichbar sind. Beide waren ziemlich gut. Ich denke, da tun sich beide Seiten nicht viel.
Fürs Internet habe ich neben Safari den Firefox, dem ich auch schon zu Windows Zeiten stets den Vorzug gegeben habe. Nach einer kurzen Phase des Thunderbirds bin ich was Mails betrifft wieder auf Apple Mail zurück umgestiegen. Das liegt allerdings überwiegend an der guten Integration mit der Kalender-Software iCal und dem Adressbuch. Ich kann so alles gut verwalten. Im Grunde genommen kann man das mit Microsoft Outlook vergleichen. Was mir aber entgegenkommt ist, dass ich Outlook immer recht aufgeblasen fand. Die Aufteilung in separate Programme, die aber gut untereinander koordineirt sind, gefällt mir persönlich besser. Wenn ich meine Mails brauche, habe ich Mail, für Termine iCal und für Kontaktdaten das Adressbuch. Ich kann Termine aus Mails heraus in iCal übertragen, und als Ansprechpartner meine Adressbuchkontakte eintragen. Wenn ich das nicht will, brauche ich aber die anderen Programme nicht zwingend. Das macht die Bedienung angenehm schlank.
Diese schlanke Struktur ist etwas, die ich generell in vielen Software-Produkten für Apple schätze. Ich habe immer den Eindruck, man kümmere sich erstmal um das wesentliche. Und die bereits im vorherigen Artikel angesprochene Einheitlichkeit trägt auch viel dazu bei, dass man sich in den Programmen nicht erst groß orientieren muss. Dies ist allerdings, wie so vieles in der Diskussion eine subjektive Einschätzung und Wahrnehmung.
Für Mac gibt es mittlerweile eine enorm große Open Source Gemeinde, dank der es viele nützliche Tools nun auch auf Mac-Basis gibt. Einige Tools sicher auch, die es vergleichbar nicht auf Windows-Systemen gibt. Sicherlich aber auch umgekehrt. Aber wer ein wenig sucht findet sowieso in vielen Fällen ein angemessenes Tool für den Großteil der Bedürfnisse, auf beiden Systemen. diese Erfahrung habe ich zumindest bisher in den Jahren Windows-Nutzung und den bald 2 Jahren Mac-Nutzung gemacht.
Das große Manko ist sicherlich das Thema Spiele. Es gibt für die Plattform PC wesentlich mehr Spiele, da viele Firmen damit argumentieren, die Mac-Gemeinde sei zu klein, als dass sich eine Portierung oder eine Entwicklung lohne. Einige Studios, z.B. Blizzard mit WoW, machen es vor, dass es auch anders geht. Auch EA verkündet seit längerem, sich verstärkt auch um den Mac-Sektor zu bemühen. Die Sims sind ziemlich beliebt und sogar in einem Laden wie Saturn oder Media Markt für den Mac erhältlich. Darüber hinaus gibt es mittlerwele auch hier interessante Entwicklungen, wie bspw. World of Goo oder das kostenlose Battle for Wesnoth.
Im Endeffekt habe ich bisher nichts entdeckt, wo ich kein Programm für finden konnte. Die etwas schwierigere Lage, im Laden Mac-Software zu bekommen hat mich höchstens noch mehr zum Freund von Open Source und ähnlichem gemacht. Aber über einen Mangel an Software konnte ich nie klagen.





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