Ich verfolge aus persönlichem Interesse – da ich einen Mac und ein iPhone nutze und nebenbei immer mal wieder mit Flash arbeite – den Konflikt rund um Apple’s Entscheidung, Flash nicht auf mobilen Endgeräten zu unterstützen. Die Diskussion rund um Flash auf iPhone, iPod touch und jetzt auch auf dem iPad wird dabei zunehmend hitziger.
Am Donnerstag, dem 29.04.2010 veröffentlichte Steve Jobs einen Brief auf der Apple Seite, in dem er in sechs Punkten schildert, warum Apple Flash auf seinen mobilen Geräten nicht unterstützt. So nennt er zum einen, dass Flash ein propietäres Format sei und man lieber auf offene Standards wie HTML5 setze. Zudem verringere Flash die Batterielaufzeit, da insbesondere Videos über die Software gerendert werden müssten, während der H.264 hardwareseitig gerendert wird. Weitere Punkte sind Probleme bei der Bedienung – Rollover, welches nur mit der Maus und nicht bei Touch-Devices möglich sei – Sicherheitsprobleme bei Flash und die Tatsache, dass sich Tools, die auf mehrere Plattformen ausgelegt sind, immer den kleinsten gemeinsamen Nenner bilden, und nie das volle Potenzial einer Plattform ausschöpfen. Steve Jobs spricht davon, dass man diese Kompromisse nicht eingehen will und den Kunden das beste Erlebnis bieten will.
In einem Interview mit dem Wall Street Journal erwiderte Adobe-CEO Shantanu Narayen, dass es Adobe’s Vision sei, die besten Produkte für plattformunabhängigen Content zur Verfügung zu stellen. Zudem verweist er darauf, dass es Apple’s Versäumnis sei, eine entsprechende Hardware-Unterstützung für Flash auf dem iPhone bereitzustellen, ebenso wie die Tatsache, dass Flash der Hauptgrund für Abstürze auf dem Mac sei, auch ein Problem des Betriebssystems von Apple sei.
Aus meiner persönlichen Perspektive tendiere ich ein klein wenig in Richtung Apple. Ich kann leider nur bestätigen, dass Flash’s Performance auf dem Mac absolut lausig ist. Die CPU-Auslastung geht in astronomische Höhen und wenn Safari bei mir mal abstürzt, dann meist wegen Flash – wobei ich zugeben muss, dass Safari bei mir sehr selten mal abstürzt. Zudem hatte Adobe jahrelang die Chance, Flash für Mac OS X anzupassen und zu optimieren, ohne bisher ein vernünftiges Ergebnis zustande zu bringen. Die markigen Worte Narayens, man könne ein tolles Ergebnis für iPhone OS liefern, wenn Apple Adobe nur ließe halte ich daher für absolut unrealistisch.
In gewisser Weise finde ich es natürlich kritisch, dass Apple mit den Kontrollen im AppStore das System derart stark schließt und reguliert, und ich wäre durchaus froh über eine Stück weite Öffnung. Apple hat doch mit Webkit bewiesen, dass offene Technologien auch für Apple funktionieren können.
Im Endeffekt muss ich jedoch sagen, dass ich nach knapp anderthalb Jahren iPhone-Nutzung Flash nun wirklich nicht vermisst habe auf dem iPhone. Für viele Webanwendungen gibt es Apps, Spiele bekomme ich ebenfalls aus dem AppStore – auch umsonst – und somit hatte ich bisher noch nicht die Erfahrung, dass mir für einen Anwendungsfall nun Flash fehlte. Und der Mobile Safari ist bei mir noch nie abgestürzt. Das jedoch nur als kleiner Punkt.
Ich rate jedem, sich die beiden Äußerungen der CEOs einmal zu Gemüte zu führen und sich eine eigene Meinung zu bilden.






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