Automatisch unterwegs mit Marco Polo

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Der Mac hat für die Verwaltung von Netzwerkeinstellungen die sogenannten Umgebungen. Während faule Menschen wie ich eigentlich unentwegt in der “Automatisch” Umgebung unterwegs sind, ist es eigentlich möglich, verschiedene Umgebungen für unterschiedliche Orte festzulegen. Denn in einigen Netzwerken muss man sich ja bspw. mit einer festen zugewiesenen IP ins Netzwerk einloggen. Ich hatte das Bedürfnis bisher selten, aber es kam schon vor.

Dank eines Tipps eines guten Freundes – Vielen Dank für Tipp, Jan – habe ich nun ein tolles kleines Tool kennengelernt, dass einem selbst diesen minimalen Aufwand abnimmt. Es erkennt anhand diverser “Evidenzquellen” in welcher Umgebung man sich gerade befindet und nimmt diverse Einstellungen für einen vor. Der kleine Helfer heißt Marco Polo, ist kostenlos, und allein deshalb schon Wert, hier mal vorgestellt zu werden.

Die Erkennung der Umgebung wird durch Regeln definiert. So kann das Programm erkennen wo ich mich befinde, indem es beispielsweise überprüft mit welchem WLan ich verbunden bin. Habe ich Verbindung zu einem WLan mit der SSID “Home” steht die Chance ziemlich hoch, dass ich zuhause bin. Die Wahrscheinlichkeit lässt sich ebenfalls festlegen, also das ich mit 90% Wahrscheinlichkeit zuhause bin, falls ich mit “Home” verbunden bin.

Es gibt zudem noch eine Vielzahl weiterer Parameter, die das Programm erkennen lassen, wo ich mich befinde. Diese sind:

  • Tonquelle
  • Bluetooth
  • Bonjour
  • FireWire
  • IP-Adresse
  • der Lichtsensor
  • Bildschirm
  • Netzwerkverbindung
  • Energiequelle
  • Laufendes Programm
  • Tageszeit
  • USB
  • WiFi

In meinem Anwendungsfall würde das wie folgt ablaufen:

Es wird erkannt, dass ich mit dem WLan “Home” verbunden bin. Es wird erkannt, dass ich meine Tastatur und Maus am USB-Port hängen habe. Es wird erkannt, dass ich meinen externen Bildschirm angeschlossen habe. Aus den jeweiligen Wahrscheinlichkeiten zusammen ergibt sich, dass ich mit 99% Wahrscheinlichkeit zuhause bin.

Nun kann man im Programm die verschiedensten Aktionen festlegen, die ausgeführt werden sollen. So lässt sich einstellen, dass man zuhause ein bestimmtes Hintergrundbild haben möchte, dies jedoch wechselt, wenn man die Umgebung “Zuhause” verlässt. Eine Vielzahl verschiedener Aktionen ermöglicht ein hohes Maß an automatischen Einstellungen beim Umgebungswechsel:

  • Standard-Drucker festlegen
  • Schreibtischhintergrund ändern
  • Firewall-Regeln ändern
  • iChat-Statusnachricht setzen
  • Mail-Server festlegen
  • Netzlaufwerk aktivieren
  • Stummschalten
  • Netzwerkumgebung
  • etwas öffnen
  • Programme beenden
  • Passwortabfrage beim Beenden des Bildschirmschoners (de-)aktivieren
  • Bildschirmschoner starten / stoppen
  • die Zeit bis zum Start des Bildschirmschoners festlegen
  • Shell-Scripte ausführen
  • WiFi und Bluetooth (de-)aktivieren
  • eine VPN-Verbindung öffnen

Ich habe bei mir bspw. eingestellt, dass ich zuhause kein Passwort zum Beenden des Bildschirmschoners eingeben möchte, dies jedoch unterwegs aktiviert ist. Sobald ich wieder öfter in der Hochschule bin werde ich einmal testen, ob das Programm nicht auch die lästige Einwahl über VPN ins Hochschulnetzwerk für mich übernimmt.

Das Programm erscheint zunächst einmal wie etwas, das man nicht unbedingt braucht, dann jedoch nicht mehr missen möchte. Es “versteckt” sich schön unauffällig in der Menüleiste, liefert wenn es in Aktion tritt eine Rückmeldung per Growl und erfüllt seinen Zweck. Was will man mehr? Das Programm ist übrigens nur für Mac-Rechner erhältlich.

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