Für Sommer wird fest mit dem iPhone 4G gerechnet. Wie bei Apple nicht unüblich äußern sich zahlreiche Blogs – ob groß ob klein – zu den Erwartungen an das neue Smartphone aus dem Hause Apple. Ich empfinde das zwar teilweise als amüsant, aber beim 100. Artikel, wo recht alte Forderungen dann doch wieder als “Neuerungen” verkauft werden fange ich an, das Abarbeiten des Themas als müßig zu empfinden. Es folgt meine kleine Reaktion.
1. Fingerprint Reader
Bei einigen Notebooks und auch bei einigen Tastaturen schon integriert. Einen wirklichen Mehrwert für das iPhone sehe ich nicht. Das Gerät zeichnet sich bisher dadurch aus, eine enorm simple Bedienung zu haben. Ein Knopf unten, dazu ein Kippschalter für das Stummschalten, eine Lautstärkekontrolle und ein Knopf um den Bildschirm zu sperren. Ansonsten: Bildschirm. Touchscreen um genau zu sein. Und gerade diese Simplizität zeichnet das iPhone in meinen Augen aus. Warum hier ein weiteres Gimmick / Feature erbeten wird, das den Mehrwert nicht signifikant steigert erschließt sich mir nicht. Apple hoffentlich auch nicht.
2. Ein weiterer Lautsprecher
Eine Forderung, die an sich Sinn macht. Ich empfinde es häufig als problematisch, gerade wenn ich auf dem iPhone spielend Zeit vertreibe, dass ich den einen Lautsprecher beim Festhalten des iPhones bedecke. Da wäre es nicht ganz verkehrt, sich Gedanken drüber zu machen. Der Unsinn beginnt für mich bei der Argumentation es gehe um den Stereoklang. Es gibt nicht wenige, die bereits bei kleinen Fernsehern in Frage stellen, ob deren 2 Boxen Sinn machen, da der geringe Abstand zwischen beiden Lautsprechern kein echtes Stereoerlebnis erlaube. Aber dann bei einem Gerät in der Größe des iPhones?
3. Steckplatz für Speicherkarten
Eine Sache, die mich am iPhone immer begeistert hat war im Gegensatz zu vielen anderen Handys der vorhandene Speicher. Ich habe das 3G mit 16 GB und bin vollkommen zufrieden. Ab und an mal einen Podcast für unterwegs aufspielen, eine gute Mischung verschiedener Alben – ein paar Klassiker, die quasi ständig drauf bleiben, und ein paar aktuelle Sachen für die Abwechslung – und eine Horde Apps. Hat immer gereicht. Auch wenn ich viele Fotos gemacht habe. Es gibt bereits Modelle mit 32 GB. Vielleicht kann man da nochmal dran drehen und vielleicht 64 draus machen. Aber eine Notwendigkeit von Speicherkarten sehe ich nicht. Ob ich das Telefon in das Dock stelle, oder eine Karte herausfrickeln muss, für mich ändert sich wenig. Halte ich auch für sehr unwahrscheinlich, da Apples Desktops und auch Laptops gerade mal SD-Kartenleser haben. Und zurück zu den Zeiten, wo mein Rechner einen 9-in-1 Leser hatte möchte ich eigentlich auch nicht.
4. Multitasking
Ok, es deutet sich an, dass das iPhone OS 4.0 Multitasking erlauben wird. Aber ganz ehrlich: iPhone-Apps sind größtenteils so aufgebaut, dass sie direkt dort wieder einsteigen, wo man sie verlassen hat. Ein aufwändiges neues Starten und durch Menüstrukturen arbeiten wie bei vielen Desktop-Programmen fällt bei einer Vielzahl von Apps somit weg. Ich weiß, das Umdenken von dieser Zeit hin zu der neuen Arbeitsstruktur mit Smartphones ist nicht einfach, aber ich habe in den knapp anderthalb Jahren – durchaus sehr intensiver- iPhone-Nutzung selten das Gefühl gehabt, jetzt unbedingt zwischen Apps switchen zu müssen.
5. Kategorien für Apps
Dieser Wunsch löst bei mir auch beim wiederholten Lesen große Verwunderung aus. Wieso? Das iPhone bietet die Möglichkeit, Apps auf verschiedenen Homescreens anzuordnen. Ich mache das auch seit Anbeginn meiner iPhone-Nutzung so. Ich habe die nativen iPhone Apps vorne drauf, es folgt ein Screen mit Apps die überwiegend mit Netzwerken und Social Media zu tun haben (Facebook, LinkedIn, Xing, Flickr, Tweetie2…), dann Apps, mit denen ich wirklich eher Arbeit verrichte (Evernote, Things, Mindnode, Dropbox…) und so weiter, bis ich die hinteren Screens dann mit einer Vielzahl von Spielen befüllt habe. Und trotz einer Fülle von 127 Apps laut iTunes – von denen allerdings einige nicht installiert sind – verliere ich nicht die Übersicht. Ich frage mich auch, was die Alternative sein soll. Ein Startmenü wie es Windows Mobile hat? Bitte nicht. Mac OSX hat übrigens auch keine Kategorisierung von Programmen – wenn ich es mir recht überlege hat Windows die auch nur bedingt.
6. Front-Kamera für Videotelefonie
Gerade jetzt, wo es möglich wird mit Apps wie Skype für das iPhone auch VoIP über das 3G-Netz zu nutzen wäre es sinnvoll, Videotelefonie technisch zu ermöglichen, indem man eine Kamera auf der Vorderseite platziert. Gerade von Apple, die mit der eingebauten iSight-Kamera scheinbar so sehr auf Videotelefonie setzen, würde ich so etwas erwarten. ISt für mich auch die logische Konsequenz aus den o.g. Entwicklungen.
7. Mehr Speicher, längere Akkulaufzeit
Höher, schneller, weiter. Eine Forderung nach mehr ist glaube ich so alt wie die Menschheit selbst. Nichts neues, nichts ungewöhnliches, nichts unerwartetes. Glaube schon, dass es kommen wird, die Frage wird lediglich sein in welchem Maße.
8. Austauschbare Akkus
Da scheidet sich mein eigener Geist. Einerseits wäre es schön. Als aktiver Nutzer von Ortungsdiensten und Diensten wie Foursquare und Gowalla, sowie Mobiltwitterer und Musikliebhaber strapaziere ich meinen Akku viel. Erst vor kurzem bei einem Besuch in Hamburg war bereits am frühen Nachmittag der Akku nahezu leer – auch Google Maps sei Dank. Andererseits fährt Apple mit den Unibody MacBooks (auch bei den Pro-Modellen) eher eine Politik der nicht wechselbaren Akkus. Halte ich also für sehr unwahrscheinlich. Da ich mir bei Gravis neulich einmal die iPhone-Cases mit integriertem externen Akku angeschaut habe weiß ich aber auch, dass es alternative Lösungen gibt.
9. Bessere Kamera und Blitz
Ich habe lange mit mir selbst hadern müssen, was ich davon halten soll. Seit ich selber mit meiner DSLR unterwegs verfluche ich die iPhone-Kamera für ihre miserable Qualität ja noch viel stärker als vorher. Ich weiß aber auch, dass Kameras in Smartphones / Handys ohnehin nie eine ausreichende Qualität erreichen werden. Ein Blitz wäre noch eine Idee, um wenigstens bei schlechten Lichtverhältnissen für ein wenig Verbesserung zu sorgen. Für die Art Schnappschüsse für die man eine Handykamera aber in der Regel nutzt reicht mir die iPhone-Kamera durchaus. Eben ein kurzer Snapshot um etwas für Facebook oder Twitter zu dokumentieren? Ein neues Kleidungsstück fotografieren um es per WhatsApp an meine Freundin zu schicken um mal anzuhorchen, ob sie so noch mit mir vor die Tür geht? Reicht.
10. Synchronisieren per Bluetooth oder WLAN
Vollste Zustimmung. Viele meiner Apps synchronisieren sich per WLAN: 1Password, Things, Files, Mindnode, in gewisser Weise nutzt auch die Remote dieses System. Es wäre herrlich, endlich Daten nicht mehr per Kabel synchronisieren zu müssen, sondern einfach Bluetooth und oder WLAN aktiviert zu haben und so Daten auszutauschen. Mir persönlich wäre WLAN allerdings aus Sicherheitsgründen wesentlich sympathischer. Hauptsache weg vom Kabelzwang.
11. Bessere Auflösung des Bildschirms
In puncto Helligkeit und Darstellungsqualität habe ich wenig Grund zur Klage. Das einzige was mich diesbezüglich reizen würde, wäre eine Optimierung des Stromverbrauchs des Displays, da die Displays ja bekanntermaßen einer der größten Stromfresser bei Handys sind. Eine höhere Auflösung erwarte und erhoffe ich nicht.
12. Eine “echte” Tastatur
Ja, viele vermissen nach wie vor das haptische Feedback echter Tasten. Ich denke, das ist in der Tat eine Geschmacksache. Ich nutze das iPhone seit anderthalb Jahren und vermisse die Tastatur nicht. Ich habe mich mit der Steuerung per Tastatur auf dem Touchinterface gut arrangiert, insbesondere seit es in fast allen Anwendungen – und endlich auch in der Messages- und Mail-App -den sog. Landscapemodus, also das Querformat gibt, welcher die Tastatur größer darstellen kann.
13. Rückkehr zu einem Metallgehäuse
Mir ist das iPhone am Wochenende zum allerersten Mal ernsthaft heruntergefallen. Aus der Hosentasche auf einen gefließten Boden. Die Kratzspuren am sind derart minimal, dass sie mir erst vorhin aufgefallen sind, obwohl ich es natürlich bereits direkt nach dem Vorfall überprüft habe. Optisch fände ich es nur konsequent, das iPhone den Unibody MacBook Pros folgen zu lassen. Eine Notwendigkeit besteht für mich nicht direkt, aber ich würde mich auch nicht wehren.
14. Verbesserung der Kopfhörer
Meine persönliche Lieblingsforderung, da ich selbst schon so manches Stoßgebet Richtung Cupertino gesendet habe, damit sie doch bitte die Kopfhörer verbessern. Es dauerte nicht allzu lange da hatte der rechte Lautsprecher einen Wackelkontakt, das Mikrofon scheinbar auch. Auch die Steuerung des integrierten iPods per “Fernbedienung” im Headset war auf Dauer nicht sonderlich zuverlässig. Hier setze ich wirklich Hoffnung in Apple, dass sie an der Qualität der Kopfhörer einiges verbessern. Ob dieser Wunsch erhört wird ist für mich jedoch eher fraglich.
Dies ist meine ganz persönliche Ansicht zu den unzähligen Ideen, Vorschlägen, Forderungen und Wünschen, die sich an das iPhone 4G richten. Natürlich entspricht dies auch meiner eigenen Nutzung des iPhones. Leute, die das iPhone anders nutzen werden sicher auch andere Anforderungen haben. In diesem Fall gibt es dafür ja die Möglichkeit, abweichende Meinungen oder ergänzende Ideen in den Kommentaren zu äußern.
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