Wie ich vorhin über dieses Tool nachgeschaut habe, twittere ich seit mit Juni diesen Jahres. Und freue mich immer wieder über den dialogischen Nutzen und den informativen Mehrwert, den mir Twitter bietet. Insbesondere Artikelempfehlungen von geschätzten Kontakten bieten regelmäßig echte Highlights zu verschiedenen Themen. Dies übersichtlicher zu gestalten schickt sich Twitter nun an mit einem neuen Feature: Listen.
In meiner Follow-Liste fanden sich einige Leute, die darin lediglich ein Aufgreifen des bekannten Features von Twitter-Clients wie Tweetdeck oder Seesmic sahen. Eine Sortierfunktion, um Tweets thematisch übersichtlich zusammenzufassen. Zu dem Zeitpunkt als ich Tweetdeck nutzte – ich bin unlängst auf Tweetie umgestiegen – fand ich dies auch imemr sehr nützlich, habe aber gemerkt, dass ich bestimmten Spalten so ungewollt mehr Aufmerksamkeit zukommen ließ, weil in ihnen weniger Tweets waren, und ich so einen einfacheren Überblick hatte. Dies lag zwar an meiner unausgewogenen Sortierung, aber war dennoch ein deutliches Manko.
Nun kommen diese Listen also nativ auf die Twitter-Seite. Und mit ihnen die Diskussion über ihren Sinn oder Unsinn. Also es könnte die Twitterupdates der Gefollowten übersichtlich anzeigen. Einfach die entsprechende Liste im neuen Tab öffnen, und es werden dort nur die Tweets der Leute dieser Liste gezeigt. Für Leute mit üppigen Follow-Listen sicher ein nützliches Feature, wobei es da auch Tools wie TwitterForBusyPeople gibt, die so etwas auch vorher schon zufriedenstellend konnten, oder eben die og. Clients, die diese Features auch sehr sinnvoll beinhalteten. Zudem ist die Anzahl an möglichen Twitterern in einer Liste auf 500 beschränkt, was wirklichen Power-Twitterern definitiv nicht reichen wird.
Es kam auch die Frage auf, ob es nicht sinnvoll wäre, Listen so zu gestalten, dass bestimmte Updates nur an die Kontakte auf der Liste gehen. Beispielsweise habe ich eine Liste “Lokales” und schreibe, dass ich jetzt gleich zum Mittagessen gehen will, und ob jemand mitkommen möchte. Meine Kontakte aus anderen Regionen interessiert dies herzlich wenig. Finde ich zwar ein sinnvolles Beispiel, die frage ist jedoch, ob dies noch dem Sinn und zweck von Twitter entspricht. Ich persönlich habe darauf verwiesen, dass man für derart eingeschränkte Kommunikation auch IM oder andere Dienste nutzen könnte, lasse mich jedoch gerne vom Gegenteil überzeugen.
Über Dan Schawbel kam dann die Frage auf, ob Twitter-Listen nicht ein nützlicher Indikator für das Reputation Management sein könnten. Und da muss ich vollkommen zustimmen. Da Twitter auf dem Profil auch anzeigt, in wievielen Listen jemand geführt wird, bekommt dies eine ganz andere Wirkung. So können Twitterer durch ihr Auftauchen in bestimmten Listen direkt gebranded werden. Taucht jemand beispielsweise Mehrfach in Listen zum Thema Social Media auf, so können Interessierte davon ausgehen, dass die jeweilige Person eine gewisse Reputation in diesem Bereich hat. Dadurch das der Ersteller der Liste ebenfalls aufgezeigt wird können so interessante neue Vernetzungen entstehen. Denn so wird auf einen Blick deutlich, dass sich der Ersteller der Liste ebenfalls mit diesem Thema auseinander setzt, und somit für mich interessant sein könnte. Denn jemand, der eine Liste zum Thema Social Media erstellt, scheint sich eingehender mit dem Thema zu befassen, was ein eventuelles Folgen sinnvoll machen könnte.
Eine Frage, die in diesem Zusammenhang gestellt werden muss, ist, was ich machen kann, wenn jemand mich auf negative Listen setzt. Beispielsweise eine Liste mit dem wenig vorteilhaften Titel “Blödmänner”. Andreas Prause hat festgestellt, dass es hierfür reicht, den Ersteller der Liste zu blocken. Dadurch erscheint man selbst automatisch nicht mehr in der jeweiligen Liste des Geblockten.
Also, sind die neuen Twitter-Listen nun ein Werkzeug für mehr Übersicht, oder doch ein weiteres Hilfsmittel, Leute zu taggen und für Leute, die auf ihre Online Reputation achten ein interessanter Indikator? Ich würde mich über Meinungen in den Kommentaren freuen.















