Dies wird der letzte Teil der Serie werden, warum ich mit meinem MacBook sehr zufrieden bin, und meinen alten Windows-Tagen nicht sonderlich nach weine. Ich habe bereits versucht, meine Erfahrungen mit der mir zugänglichen Hardware und Software zu schildern, sowie eine persönliche Bewertung der beiden Systeme vorzunehmen. In diesem Teil soll es nun um die Marke als solche gehen, wobei ich nochmal einen Schlenker über diverse Produkte nehmen werde, um gewisse Sachen zu erläutern.
4. Die Marke
Ich denke, wie bei so vielen Produkten, wo es gute Alternativen gibt, ist die Marke ein sehr wichtiger Punkt. Die – für mich irgendwie leidige – Diskussion über Fantum hat durchaus ihren wahren Kern. Es ist durchaus möglich, Fan einer Marke zu sein, und sie frenetisch zu feiern. Aus der Beobachtung kann man sicherlich sagen, dass Apple eine sehr loyale und begeisterte Fangemeinde hat.
Steve Jobs’ Keynotes werden in der Community wie Predigten verfolgt, die Videos der Präsentationen kann man sich bei iTunes als Podcasts herunterladen, um auch ja nichts wichtiges zu verpassen. Und Apple versteht es, die Keynotes geschickt zu inszenieren. Nicht selten kam es vor das “nebenbei” noch etwas präsentiert wurde, mit dem so in der Form bei der Präsentation niemand gerechnet hat.Dies erzeugt eine ungeheure Spannung und verschafft den Präsentationen ein deutliches Plus an Aufmerksamkeit.
Apple legt großen Wert auf Geheimhaltung was Produktplanung angeht. Es wird penibel darauf geachtet, möglichst im Vorfeld von Präsentationen und Events nichts durchsickern zu lassen. Umso größer ist dann die Spannung und das Momentum, wenn die Präsentation letztendlich stattfindet und neue Produkte der Öffentlichkeit endlich vorgestellt werden. So wird meist schon automatisch ein regelrechter Hype generiert, wie zuletzt beim iPhone gesehen.
Darüber hinaus vermittelt Apple das Gefühl, Produkte erst dann zu lancieren, wenn sie wirklich etwas besonderes sind. Um beim Beispiel iPhone zu bleiben, so hat Apple lange Zeit den Trend der Smartphones an sich vorbei ziehen lassen. Man hätte sicherlich problemlos ein Gerät wie viele andere auch auf den Markt bringen können, mit einem vermutlich sehr mittelmäßigen Erfolg. Stattdessen entwickelte man etwas, dass in seiner Form neuartig ist und sich nun anschickt, das Smartphone als solches auf die nächste Stufe zu bringen. Denn auch wenn es Geräte gibt, die dem iPhone was technische Details betrifft in einigen Bereichen überlegen sind, so vereint Apple im iPhone doch wieder auf die ihm typische Art Funktion, Bedienbarkeit und Design zu etwas Besonderem. Und diese Kombination weiß letztendlich zu überzeugen.
Ein weiteres Beispiel für die Besonderheit und Durchdachtheit der Produkte ist die Erfolgsstory des iPod. Der iPod ist durch sein Bedienkonzept und die Einfachheit der Handhabung ein riesiges Massenphänomen geworden.
Zudem schafft es Apple, sich und seinen Produkten einen Hauch von etwas elitärem zu verpassen. Ich habe es nie bewusst als solches wahrgenommen, bis ich vor einer Weile in einem Forum auf diese Äußerung und eine entsprechende Erläuterung gestoßen bin. Die unglaubliche Marktdominanz von Microsoft mit Windows und seinen Office-Produkten sorgte in der Wahrnehmung für einen “Hat doch jeder”-Effekt. Dies war bei Apple-Produkten – zumindest im Computerbereich, nachdem sich der iPod zum o.g. Massenphänomen entwickelt hat – nicht der Fall. Da war ein Mac in der Regel noch etwas Besonderes, speziell im Consumerbereich.
Diese Kombination aus der Vorstellung, ein Apple sei etwas besonderes, gepaart mit der Tatsache, dass die Produkte durchdacht sind und oft das eine kleine Detail mehr haben sorgt auch dafür, dass sich Apple seine Preispolitik leisten kann. Man liest häufig die Aussage, man bekomme für das Geld, dass man für Mac-Hardware ausgibt ein deutlich besseres Produkt eines anderen Herstellers. An einigen Beispielen stimmt das eventuell auch – ich gebe zu, ich habe mich nicht intensiv genug damit beschäftigt, da es häufig um Geräte in oberen Preisklassen ging, die für mich irrelevant sind. Jedoch sind es häufig bestimmte Details oder die Stimmigkeit und das durchdachte Konzept von Apples Produkten, die den Preis letztendlich rechtfertigen.
Das MacBook galt nach Aussage vieler als relativ teures Notebook. Ich greife es jetzt als Beispiel heraus, da ich diese Diskussion selbst oft genug führen musste. Auch wenn einige Sachen sich aus der Beschreibung im ersten Artikel wiederholen werden.
Jedoch ist es für den Zweck, für den es konzipiert wurde, ein hochgradig geeignetes Gerät, das nahezu ideal abgestimmt ist. Es ist ein kleinerer Laptop, der hohe Portabilität gewährleistet, jedoch noch groß genug ist, um vernünftig daran arbeiten zu können, auch wenn es um grafische Arbeiten geht. Die gute Akkulaufzeit und das geringe Gewicht unterstützen diesen Faktor. Um mobil auch gut erreichbar zu sein gibt es die integrierte iSight-Kamera für Videokonferenzen.
Was mich immer wieder begeistert und überzeugt ist der sehr schnelle Standby-Modus. Während ich bei meinem damaligen Windows-Laptop häufig geärgert habe, wieso er so lange braucht um endlich in den Standby-Modus zu wechseln. Das MacBook brauche ich lediglich zuklappen, und wenige Sekunden später zeigt mir der Indikator vorn durch das Pulsieren an, dass das Gerät “schläft”. Unten am Gerät gibt es eine Anzeige für den Ladezustand des Akkus, ohne das ich dafür das Gerät starten müsste. Der Netzstecker ist magnetisch am Gerät befestigt, so dass er sich schnell löst, wenn man mal am Kabel hängen bleibt. Dies ist insofern sinnvoll, da ein Laptop ja nicht immer nur an einem Schreibtisch steht, sondern auch mal an ungünstigeren Stellen platziert werden muss, wo die Kabel nicht so gut verstaut werden können. Da ein Laptop recht leicht ist würde man ihn sonst schnell herunter reißen, so löst sich einfach blitzschnell das Kabel. Der Stecker selbst hat zwei ausklappbare Haken, um die man das Kabel wickeln kann, damit man beim Transport nicht ständig einen Kabelsalat produziert, den man bei mnächsten aufbau erst einmal neu entknoten muss. Andere machen dies mit einem Gummiband, aber es ist wieder so ein kleines Detail, dass das Besondere ausmacht. zudem ist der Stecker mit zwei Steckaufsätzen kombinierbar. Einmal gibt es ein längeres Kabel, das ich in der Regel am Schreibtisch habe. Wenn ich also das Netzteil für unterwegs brauche, klettere ich nicht hinter den Schreibtisch, sondern ziehe lediglich den oberen Teit ab, während das Endstück zur Steckdose steckenbleiben kann. Für unterwegs habe ich dann einen kleinen Steckaufsatz, der das Netzteil nicht unnötig klobig macht.
All dies sind kleine Faktoren die aufzeigen, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat, auch die kleineren – für viele vielleicht gar nicht bewusst wahrgenommenen “Problemchen” zu lösen. Und diese Gedanken erzeugen in meinen Augen einen gewissen Mehrwert.
Schlussendlich kann Apple sicherlich auch aus den “Fehlern” der Konkurrenz profitieren. Durch den großen Marktanteil von Mcrosoft, wird dieser oft als Riese wahrgenommen, der eine Monopolmacht anstrebt. Eine entsprechende mediale Berichterstattung tut ihr übriges. Berichte über Programme, die Nutzerdaten zu Microsoft zurücksenden kratzen böse am Image des Softwarekonzerns aus Redmond. Die ewigen Prozesse um die Monopolstellung und das Ausnutzen dieser Vormacht durch das Integrieren von Internet Explorer und Mediensoftware tut ihr übriges. Hinzu kommt, dass mit dem Rücktritt von Bill Gates auch der letzte Funken Charisma in der Führung verloren gegangen ist. Dies ist eine subjektive Wahrnehmung, aber für mich reicht ein Steve Ballmer nicht einmal zur Hälfte an das Charisma eines Steve Jobs heran.
Das aggressive und offensive Gebahren von Microsoft sorgt bei vielen Nutzern für negative Gefühle in Assoziation mit der Marke Microsoft. Ich persönlich schließe mich dem auch durchaus an. Zudem fehlte mir häufig der letzte Funken Konsequenz, und so suchte ich häufig nach Alternativen, die mir diesen letzten Funken bieten konnten. Das Problem dabei ist sicherlich auch, dass eine Firma wie Microsoft sich an derartige Massen richtet, dass sie es unmöglich jedem recht machen kann. Ich habe somit stets nach Alternativen für den Media Player gesucht, weil er mir zu klobig und behäbig war. Wie bereits im Artikel über software beschrieben kann ich Microsofts Outlook aufgrund des aufgeblähten Programms auch wenig abgewinnen, und bin damals lieber auf Thunderbird umgestiegen. Über den Internet Explorer möchte ich mich als bekennender Firefox-Fan – auch jetzt auf dem Mac noch – gar nicht erst auslassen.
Somit denke ich, dass Apple es geschickt schafft, sich als Marke zu positionieren. Die Faktoren möchte ich hier nocheinmal kurz zusammenfassen:
- Produkte, die den Anschein machen, dass stets ein Schritt weiter gedacht wurde als bei vielen Konkurrenten
- Eine legendäre Geheimhaltungspolitik, um ein maximales Momentum für Präsentationen zu erzeugen
- Die Möglichkeit aus den “Fehlern” von Microsoft und Co zu profitieren
- Das Image des Kreativen, Besonderen und scheinbar für viele auch etwas Elitärem
Nun bin ich durch mit der Serie und es dürfen gerne kritische Kommentare verfasst werden. Sei es um sich über die Aussagen zu beschweren, oder weil alle Artikel so lang geworden sind.















